Workshops

10:30- 12:30 Erste Workshopphase:

1. "Bundesprogramm gegen (Rechts-) Extremismus". Trocknet Schwarz-gelb die zivilgesellschaftlichen Initiativen gegen Rechtsextremismus aus?

Beschreibung:

Angesichts unzähliger rassistischer Gewalttaten bis hin zu Mord und einer menschenverachtenden Hetze von alten und neuen Nazis sind zivilgesellschaftliche Projekte und Bildungseinrichtungen unerlässlich. Unsere Gesellschaft braucht diese Projekte und Initiativen, die sich leidenschaftlich gegen Rassismus, Antisemitismus oder andere Formen der gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit engagieren.
Bisher gibt es dafür im Bundeshaushalt Mittel aus denen Förderprogramme gegen Rechtsextremismus finanziert werden. Die Schwarz-Gelbe Bundesregierung will nun jedoch diese Mittel umwidmen und für eine allgemeine „Extremismusbekämpfung“ verwenden. Welche Ideologie steht hinter diesem diffusen Extremismusbegriff? Welche Konsequenzen haben die Pläne von Schwarz-Gelb für den Bundeshaushalt 2011, und was bedeutet das konkret für Initiativen vor Ort, die sich lokal gegen Rassismus, Antisemitismus und rechte Gewalt engagieren?

Diese Fragen diskutieren Sven-Christian Kindler, der sich als Bundestagsabgeordneter im Haushaltsausschuss für eine finanzielle Stärkung der zivilgesellschaftlichen Initiativen engagiert, und Reinhard Koch, Leiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt ARuG aus Braunschweig, mit Euch.

Referenten: Reinhard Koch (Leiter der Arbeitsstelle Rechtsextremismus und Gewalt), Sven-Christian Kindler (MdB und Mitglied des Haushaltsausschuss)

2. „Das Volk“- Ein Heilsversprechen gegen die zersetzende Moderne

Beschreibung:

Rechtsextreme und Rechtspopulisten beziehen sich immer wieder auf ein "deutsches Volk" für dessen Interessen sie eintreten wollen. Sie versprechen Heimat, Identität und Sicherheit. Völkische Gemeinschaft soll ihrer Absicht nach die als modern-mechanistisch erlebte Gesellschaft ablösen. Wie haben sich diese Vorstellungen eines als homogen und statisch gedachten Volkes entwickelt? Wie ist die  Ideologie von Nationalstaaten/Völkern als natürlicher Ordnung der Welt entstanden? Gibt es hier deutsche Besonderheiten? Und welchen psychischen Gewinn ziehen NationalistInnen, PatriotInnen und Völkische aus ihrem Selbstbild als kleine Teile des Großen Ganzen?

In diesem Workshop (Vortrag und ausführliche Diskussion) wollen wir die historischen und sozialpsychologischen Hintergründe von Nations- und Volkskonzeptionen beleuchten.

Referent: Sebastian Winter (Uni Hannover)

3. "Rechtsextremismus - ein Randphänomen? Rechtsextremistische Einstellungen in der Mitte der Gesellschaft"

Beschreibung:

Rechtsextremismus wird häufig als eine politische Einstellung diskutiert, die nur in bestimmten Kreisen meist am Rande der Gesellschaft auftritt. Aber sind Rechtsextremisten tatsächlich immer jung, männlich und arbeitslos? Und ist die sogenannte Mitte der Gesellschaft tatsächlich so liberal und tolerant, wie sie sich gerne darstellt? Um diese Fragen wird es in dem Workshop gehen.

Referent: Andreas Speit (freier Journalist)

13:30-15:30 Zweite Workshopphase:

1. "Naziaufmärsche blockieren statt ignorieren! Bedingungen, Chancen und Risiken eines Blockadekonzeptes anhand der Beispiele Bad Nenndorf, Hildesheim vs. Lübeck, Dresden, Lüneburg."

Beschreibung:

Für diesen Workshop konnten wir Helga Lenz (Bundesvorstandsmitglied der Humanistischen Union, und in der Vergangenheit als Demonstrationsbeobachterin in Lübeck aktiv), Monika Lazar (MdB aus Sachsen, und Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus in der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen) und ein_e Vertreter_in von Avanti (Projekt undogmatische Linke) als Referent_innen gewinnen. Ziel des Workshop ist es, beruhend auf den Erfahrungen der Teilnehmer_innen und Referent_innen, effektive Strategien zur Verhinderung von Naziaufmärschen zu erörtern und daraus Schlüsse für zukünftige Aktivitäten zu ziehen.

ReferentInnen: Helga Lenz (Bundesvorstandsmitglied der Humanistischen Union), Monika Lazar (MdB und Sprecherin für Strategien gegen Rechtsextremismus in der Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen), Vertreter_in von Avanti (Projekt undogmatische Linke), Jonas Spengler (Vertreter des Bündnisses: "Lüneburger SchülerInnen gegen Rechts")

2. "Wie kann ein breites Bündnis gelingen? Chancen und Grenzen"

Beschreibung:

Ob bei aktuellen Aktionen von Rechtsextremisten wie Demonstrationen oder
um ihrem Erstarken in Städten und Kommune entgegenzutreten, der
Gegenprotest wird von vielen Akteuren und Initiativen getragen. Ob
Bürgerbündnisse, Antifa oder Kirche, die Ansätze und Aktionen sind so
verschieden wie Lebensweise und politische Einstellungen der Menschen.
Fest steht: Je größer und entschlossener der Widerstand gegen
Rechtsextreme, desto weniger Raum bleibt ihnen für ihre menschenfeindliche
Agitation.

In diesem Workshop wollen wir die Probleme und Chancen eines breiten
Bündnisses gegen Rechtsextremismus beleuchten. Wir werden Fallbeispiele
betrachten und analysieren. Es wird auch Raum dafür sein, eigene
Erfahrungen einzubringen. Abschließend werden Kriterien für gelingende
Arbeit diskutiert.

Referentin: Britta Schellenberg (Centrum für angewandte Politikforschung der Uni München)

3. "Bildung gegen Nazis? Strategien gegen rechtsextreme Einstellungen"

Beschreibung:

Vor dem Hintergrund der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte ist das Konzept der Menschenrechtsbildung entstanden. Durch diese pädagogische Strategie sollen Menschen die Fähigkeit erlangen, ihre eigenen Rechte wahrzunehmen und für diese sowie für die Rechte andere Menschen aktiv einzutreten. Doch was heißt das genau? Wie kann Menschen diese Fähigkeit vermittelt werden? Und welche Chancen und Grenzen sind - vor allem in der Auseinandersetzung mit Menschen mit rechtsextremen Einstellungen - damit verbunden? Diesen Fragen wollen wir in dem Workshop nachgehen und wollen dabei auch unsere eigene Arbeit und unsere eigenen Einstellungen in den Blick nehmen.

Referentin: Katrin Unger (Stiftung niedersächsische Gedenkstätten und Projekt Entrechtung als Lebenserfahrung)